Glück und Wirtschaftserfolg

Karriererelevante Lächeln-Schule

Was uns ganz natürlich erscheint, ist in anderen Ländern eine Herausforderung. Ein Fernsehbericht von ABC Australia (Journeyman Pictures) zeigt, dass Japan wohl kein Land des Lächelns ist - noch nicht. In Smiling-Schools wird beigebracht, was in unseren Breiten als ganz natürlich gilt: zu Lächeln - und zwar auch auf Knopfdruck, wenn es die Situation gebietet.

Lächeln kann in internationalen Märkten sehr hilfreich beim Verkauf oder bei der Festigung von Geschäftsbeziehungen sein. Eines der größten Kaufhäuser Japans nimmt Lächeln scheinbar sehr ernst. Dort werden Seminare abgehalten um die Mundwinkel der Mitarbeiter auf Befehl zu heben. Wer es danach nicht schafft, einen freundlichen Eindruck kreieren zu können, hat mit ernstlichen Folgen für die eigene Karriere zu rechnen.

Es steht uns nicht zu, über dieses Vorgehen zu richten. Glück hat viele Vorteile für Mitarbeiter und Unternehmen. Einen Zwang daraus zu machen, entspricht jedoch nicht unserem Konzept von Stärkenentwicklung.

Hier finden Sie die Reportage:
http://www.youtube.com/watch?v=gZwwVYoTsrI

Beitrag von Dominik Dallwitz-Wegner,
www.positive-intelligence.com

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Glück und Gesundheit

„Haben Sie nichts Besseres zu tun, als einen Blog zum Thema Glück und Wirtschaft zu lesen?“, wurde ein uns bekannter Leser neulich gefragt. Gute Frage. Vor allem auch deshalb, weil das Thema Glück noch immer diesen Touch von rosaroter Brille und Plüschpantoffel hat. Kann das was? Bringt das was? Nun ja, entscheiden Sie selbst:

Nehmen wir mal das Thema Gesundheit. Wissen Sie, was ein Krankenstandstag Ihrem Unternehmen kostet? Volkswirtschaftlich gesehen haben uns in Österreich im Jahr 2004 rund 35 Mio. Krankenstandstage 6,5 Mrd. Euro gekostet. Für Deutschland gibt die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände die Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten mit rund 32 Mrd. Euro pro Jahr an. Also durchaus eine relevante Größe, nicht?

Was hat das nun mit Glück zu tun? „Ich habe beschlossen glücklich zu sein, weil es besser für die Gesundheit ist“ hat Voltaire einst festgestellt. Hatte er recht? Sind glückliche Menschen gesünder als andere? Schauen wir uns an, was die Wissenschaft dazu sagt:

Glück und Gesundheit beeinflussen sich gegenseitig

Simone Borghesi von der Universtität Pescara und Alessandro Vercelli, Univerität von Siena kamen in ihrer Arbeit „Happiness and health: two paradoxes“ zu folgendem Schluss: „The empirical literature confirms that health is a major determinant of subjective happiness and that the converse is also true.” (2007) Dabei ist wichtig: Kranke Menschen sind in the long run genauso glücklich/unglücklich wie andere. Eine Ausnahme bilden Menschen, die an Depression oder chronischen Schmerzen leiden.

Glücklichsein hat auf die Langlebigkeit die gleiche Wirkung wie Rauchen.

2006 untersuchte Prof. Ruut Veenhoven von der Erasmus Universität Rotterdam im Auftrag der “Niederländischen Organisation für Gesundheitsforschung und Entwicklung” (http://www.zonmw.nl/) in einer Metastudie die Effekte von subjektivem Glücksempfinden auf die Gesundheit und kam zu dem Ergebnis: ” The effect of happiness on longevity in healthy populations is remarkably strong. The size of the effect is comparable to that of smoking or not.”

Glück oder Vitamin C

Wenn Sie sich erkältet haben, dann hilft Vitamin C. Um eine Erkältung erst gar nicht zu bekommen, hilft es, glücklich zu sein. Prof. Sheldon Cohen, PhD, Carnegie Mellon University fand in einer Versuchsanordnung heraus, dass glückliche Menschen resistenter gegenüber Erkältungsviren sind als ihre unglücklichen Artgenossen.

Glückliche Mitarbeiter haben weniger Krankenstandstage

Unterstützt werden diese Erkenntnisse auch durch eine groß angelegte Studie, die unter Arbeitnehmern in Michigan (USA) durchgeführt wurde. Dabei zeigte sich, dass die glücklichsten Mitarbeiter im Vergleich zu den Unglücklichsten pro Jahr 15 Krankenstandstage weniger haben.

Zusammengefasst könnte man es mit den Worten von Prof. Ruut Veenhoven sagen:

Happiness does not cure illness, but it does protect against becoming ill.

Alleine deshalb ist das Thema Glück für Unternehmen durchaus interessant.

Beitrag von Thomas Weinberger
www.factorhappiness.at

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Wirtschaftswachstum - oder vom Laufband der Marktwirtschaft

Kennen Sie Wahrheiten, die vielleicht keine sind? Scheinbare Selbstverständlichkeiten, von denen aber nur wenige wissen, wozu sie überhaupt gut sind?

Ich wünschte mir eine Sendung mit der Maus für Wirtschaftsthemen. „Klingt komisch, ist aber so.“

Hier ein Themen-Vorschlag: Braucht die Marktwirtschaft überhaupt Wirtschaftswachstum und wenn ja, warum und wie viel?

Auf der Podiumsdiskussion des Symposiums „Glück für Alle“ in Heidelberg (7. Mai 09) waren sich die Volkswirtschaftler einig: Ja, die Marktwirtschaft ist darauf grundsätzlich angewiesen. Wachstum sei eine fundamentale Säule des Systems. Wieder mal wurde nicht gesagt, warum. Über die Frage, „Wie viel Wachstum ist notwendig?“ schien es verschiedene Ansichten zu geben - konkret wurden die Experten hier nicht.

Gleichzeitig sind sich die Meister der Zahlen darüber einig, dass Wirtschaftswachstum in modernen Gesellschaften nicht mehr zur Steigerung von Zufriedenheit beiträgt (siehe z.B. Layard 2005, Easterlin 2006, Binswanger 2006, Diener/Biswas-Diener 2008). Und wieder: Wozu ist die Steigerung der Wirtschaftskraft dann gut?

Binswanger gibt in seinem Buch „Die Tretmühlen des Glücks“ einige Hinweise. Hier nur in Stichworten der Sachzwang des Wirtschaftswachstums:
Wachstum aus Sparvermögen wäre riskant, langsam und weniger rentabel. Daher basiert Weiterentwicklung auf der modernen Kreditgeldwirtschaft. Banken und Investoren finanzieren das System und erwarten dafür Rendite. Die Unternehmen selbst erzielen einen Teil ihrer Einnahmen durch Spekulationsgeschäfte. Bleiben das Wachstum und damit die Rendite aus, ziehen die Investoren ihre Gelder zurück; es können weder Investitionen getätigt noch Gehälter/Dienstleistungen/Materialien bezahlt werden; Unternehmen gehen in Konkurs; letztlich kollabiert das gesamte System.

Binswanger nennt Vorteile des Wirtschaftswachstums aus humanistischer Sicht:

  • Erlösung vom Nullsummenspiel. Die Reichen und die Armen müssen sich nicht in Marx’scher Manier bekämpfen, sondern können durch Wachstum alle wohlhabender werden (freilich nicht in gleichem Maße).
  • Entlastung des Generationenkonflikts. Bei einer immer älter werdenden Gesellschaft müssen durch Wachstum weder die Jüngeren immer mehr zahlen noch die Alten verarmen.

Diese Gründe sind jedoch meiner Meinung nach eher schwach, da die angesprochenen Konflikte auch anders gelöst werden können.

Zusammengefasst kommt mir die Situation folgendermaßen vor:

  • Wirtschaftswachstum erhält das System.
  • Es bringt in entwickelten Gesellschaften keinen Glücks-Zuwachs.
  • Die Arbeit für das Wachstum nimmt jedoch einen großen Teil unserer Leistungskraft und Zeit in Anspruch.

–> Das ist so, als würden wir alle auf Laufbändern stehen, vor uns das Ziel „Glück“. Wir rennen uns die Lunge aus dem Hals und kommen dem Ziel dennoch keine Schritt näher.

Der Weg aus dieser Misere ist zu komplex, um ihn in einem Blog zu erörtern. Hier nur einige Stichworte zu überzeugenden Ansätzen:

  • Veränderung der Wertekultur (hin zu Nachhaltigkeit, Verantwortung, Life-Balance),
  • Veränderung der Beurteilungskriterien für Erfolg von Unternehmen,
  • Veränderung des Bildungswesens (von Wissensvermittlung zu Fähigkeitenschulung)
  • uvm.

Pragmatisch und effizient kann man den Konflikt entschärfen durch das Trainieren von Einstellungsänderung hin zu Lebenskunst und sinnerfüllte Lebensnutzung, z.B. durch die GlücksAkademie oder die Seminarprogramme von Thomas Weinberger und mir.

Es gehört eine gute Portion Idealismus dazu, der Wirtschaftswachstums-Zange entgegen zu arbeiten. Aber es lohnt sich.

Beitrag von Dominik Dallwitz-Wegner, www.positive-intelligence.com

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Heiner Geißler brandaktuell: (Un-)Orte des Glücks

Gestern traf ich Heiner Geißler, ehemaliger Bundesminister und Generalsekretär der CDU, der im Hamburger Literaturhaus sein brandneues Buch „Ou Topos“ vorstellte. Für ihn ist eine Utopie nichts Unrealistisches. Hergeleitet aus dem Altgriechischen sei die Utopie ein Ort (topos), den es nicht (ou) bzw. noch nicht gibt, der aber jetzt schon vorstellbar sei.

Auf meine Frage, welchen Platz das Glück der Menschen in seiner Utopie habe und was er unter Glück verstehe, gab er mir vielfältig Antwort. Seiner Meinung nach ist Glück sehr individuell, vom Glück des Bergsteigers, der Familie bis zum Glück durch gute Taten.  Zentral seien jedoch zwei Säulen: Soziale Beziehungen und Lebenssinn. Ohne diese beiden Stützen könne sich Glück nicht halten. Im Leben von Heiner Geißler spielt das Duo eine herausragende Rolle. Wie man zu seiner politischen Linie auch immer stehen mag - in seinen Ämtern hat er für beides gekämpft.

Aber wie kann politische Arbeit das Glück der Mitmenschen beeinflussen? Heiner Geißler gibt hier die Antwort, die auch in wirtschaftlichem Zusammenhang gegeben wird: Direkt könne man da nichts tun, aber die Rahmenbedingungen können verbessert werden. Jeder solle die grundsätzlichen Möglichkeiten haben, sein persönliches Glück zu finden - so wie im amerikanischen Sinne des „pursuit of happiness“.

Wie stehen Glück und Wirtschaft in Zusammenhang? Hier schlägt der frühere Generalsekretär in die gleiche Kerbe, die auch von den positiven Wissenschaften seit einiger Zeit bearbeitet wird (siehe mein Artikel im Glocalist, News vom 06.04.09):

Der Mensch sei mehr als ein Kostenfaktor. Neben rein wirtschaftspolitischen Maßnahmen - wie die Abschaffung der Off-shore Finanzplätze sowie die globale Besteuerung von Börsenumsätzen - sei Menschlichkeit in der Wirtschaft wieder herzustellen. Kapital müsse dem Menschen dienen, nicht der Mensch dem Kapital.

Seiner Ansicht nach müssen die Unternehmen endlich begreifen, dass zufriedene Mitarbeiter langfristig einen Gewinn für die Unternehmen darstellen. Das lohne sich, schließlich sei Deutschland dort wirtschaftlich erfolgreich, wo die Menschen gut bezahlt und behandelt würden, wie zum Beispiel in unserer Paradediszipin Maschinenbau.

Ich wünsche mir, dass mehr Politiker sich dieser Linie anschließen - und das am besten schon vor ihrer Pensionierung. Kompliment an den 79jährigen Heiner Geißler, der wieder einmal gezeigt hat, dass Menschen seines Alters mit Energie, Eloquenz und Intelligenz wichtig für unsere Gesellschaft sind.

Beitrag von Dominik Dallwitz-Wegner,
www.positive-intelligence.com

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Wandelnde Werte - vom Welch zum Paulus?

Eine Skandalmeldung geht durch die Presse: „Management-Legende gibt seinen Lebensirrtum zu“. Hardliner und Shareholder-Value Vater Jack Welch bezeichnet seine eigene Leitlinie der „Steigerung des Börsenwertes als höchstes Ziel“ nun als „dümmste Idee der Welt“.

Nachrichten leben von Paukenschlägen der Schlagzeilen. Aber auch beim genaueren Hinsehen ist der Perspektivenwechsel der Kapital-Ikone sehr interessant:

Jack Welch war und ist ein Paradebeispiel für kompromisslosen Kapitalismus. Die Financial Times bezeichnete ihn als „härtesten Manager der Welt“. Er führte 1981 bis 2001 General Electric mit der Devise, jedes Jahr die jeweils schwächsten 10% aller Mitarbeiter zu feuern. Weitere Stichworte seines knallharten Stils: „Fix it, sell it or close it“ oder die Bindung von Einkommen mit der Einhaltung der Six-Sigma Qualitätsmaßstäbe. 1999 wird er von Fortune trotzdem oder gerade darum als Manager des Jahrhunderts gekürt.

Jetzt ist er im Ruhestand, annähernd Dollar-Milliardär und als Berater tätig. In einem Interview mit der Financial Times ließ er sich dazu hinreißen, seine damalige Devise abzuqualifizieren: “Genau betrachtet ist Shareholder-Value die blödeste Idee der Welt”.

Ist nun ein Grundsatz der Scharfrichter des Kapitalismus selbst auf der Schlachtbank? Ganz so einfach dürfen wir es uns nicht machen. Jetzt kommt der spannende Teil.

In einem Interview mit der Wirtschaftswoche korrigiert der „unfehlbare“ Ex-Top-Manager seine Aussage. „…was ich von Shareholder-Value als Strategie halte, habe ich tatsächlich geantwortet, es ist eine dumme Idee. Denn Shareholder-Value ist keine Strategie, es ist ein Ergebnis guten Managements.“

Er lässt durchblicken, dass es letztlich um die Förderung der Mitarbeiter und die Entwicklung guter Produkte geht. Der Shareholder-Value steigt in dessen Folge.

Welche überraschende Übereinstimmung zwischen dem damaligen Hassobjekt der Humanisten und einer humanen Marktwirtschaft !

Der Fokus auf zufriedene und produktive Mitarbeiter verfolgt auch die Positive Psychologie und einige Ökonomen wie Richard Layard. Die Forschung zeigt uns seit mehreren Jahrzehnten, wie effektiv zufriedene Mitarbeiter sind - nicht nur für die Unternehmen, sondern eben auch für die Menschen selbst. Erfolgreiche Marktwirtschaft und Menschlichkeit arbeiten hier Hand in Hand. Immer mehr praktische Ansätze setzen sich durch (mehr dazu in folgenden Blog-Einträgen).

Vergleichbar mit dem Erreichen des persönlichen Glücks kann man sagen: Nicht das Glück ist das eigentliche Ziel, sondern die Folge eines guten Lebens. Das Glück mag „ein Vogerl“ sein. Dieser lässt sich jedoch gerne da nieder, wo er in Ruhe futtern und brüten kann.

Ich freue mich auf einen menschlichen und lebenswerten Kapitalismus.

Danke, Jack Welch, für diese Einsicht !!!

Beitrag von Dominik Dallwitz-Wegner,
www.positive-intelligence.com

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